KEIN GLÄSCHEN IN EHREN!


Schwanger? - Finger weg vom Alkohol!
Alkohol ist der Grund für die häufigsten kindlichen Fehlbildungen, die
nicht auf eine genetische Ursache zurückzuführen sind.


Pro Jahr werden in Deutschland etwa 3.000 Kinder mit Fehlbildungen geboren,
die durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft
hervorgerufen sind.

Hinzu kommen schätzungsweise bis zu 15.000 Kinder mit alkoholbedingten
kognitiven und intellektuellen Schädigungen, die oft nicht erkannt oder
nicht mit einem mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft in
Verbindung gebracht werden.

Alkohol hemmt die Zellteilung
 Der Alkohol, den eine Mutter in der Schwangerschaft trinkt, geht direkt in
den Organismus des ungeborenen Kindes über. Das Kind ist also derselben
Blut-Alkoholkonzentration ausgesetzt wie die Mutter. Da aber beim
Ungeborenen die Entgiftungssysteme wie beispielsweise die Leber noch nicht
ausgereift sind, wird der Alkohol die ersten zwei Monate nicht und ab dem
dritten Monat nur zu einem geringen Teil abgebaut. Das Ungeborene wird
faktisch einer viel stärkeren Alkoholwirkung ausgesetzt als die Mutter.

Alkohol ist ein Zellgift: Er hemmt die Zellteilung und schädigt daher vor
allem schnell wachsendes Gewebe. Bei der Geburt sind die Kinder deshalb
meist zu klein und haben ein zu geringes Gewicht. Alkohol stört zudem die
zeitliche Abfolge und vollständige Entwicklung der Organsysteme.
Fehlbildungen der Organe beispielsweise sind häufig die Folge. Alkohol
wirkt auf Nervenzellen direkt toxisch. Daraus resultieren geistige
Veränderungen, aber auch Wesens- und Verhaltensauffälligkeiten. Eine
sichere Alkoholgrenze, bei der keine Schädigungen auftreten, gibt es
nicht.

Defizite schwierig auszugleichen
 Die Auswirkungen reichen von äußerlich sichtbaren Fehlbildungen,
Organfehlbildungen und Intelligenzminderung bis hin zu kognitiven
Veränderungen. Die betroffenen Kinder leiden unter Stimmungsschwankungen,
Konzentrationsstörungen und Auffälligkeiten im sozialen Verhalten. Sie
können ihr Leben nicht selbst planen und gestalten, sind oftmals
leichtgläubig und verleitbar. Fremde Absichten können sie meist nicht
erkennen. Sie neigen zu Angststörungen und Depressionen und fühlen sich
ausgegrenzt. Die Symptome von Kindern mit einem Fetalen Alkoholsyndrom,
kurz FAS, gleichen denen des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms.

Anhand äußerlicher Fehlbildungen kann die Diagnose meist schon kurz nach
der Geburt gestellt werden. Bei kognitiven Leistungsstörungen werden zur
Abklärung Tests ähnlich den Schuleignungstests, Intelligenz- und
Persönlichkeitstests herangezogen. Die betroffenen Kinder benötigen eine
besonders intensive Zuwendung. Therapieformen wie Ergotherapie, Motopädie,
Kranken- und Heilgymnastik, Logopädie werden begleitend eingesetzt. Sie
unterstützen das Kind und die Eltern im täglichen Leben. Die Behandlungen
können ein Entwicklungsdefizit jedoch nicht ausgleichen.

 Kontaktadresse
 Sozialpädiatrisches Zentrum
Universitätsklinikums Münster
Dr. Reinhold Feldmann
Albert-Schweitzer-Str. 33
48149 Münster

Das Nachrichtenangebot des ZDF finden Sie unter
http://www.zdf.de
 

 

 

 

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